Was ist PHP?
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Was ist PHP?
Wenn jemand zum ersten Mal eine Webseite besucht, sieht er HTML, CSS und vielleicht ein paar JavaScript-Effekte im Browser. Was die meisten Besucher nicht bemerken, ist die Arbeit, die im Hintergrund auf dem Server passiert. Genau dort kommt PHP ins Spiel. Diese Sprache existiert seit 1995 und treibt heute einen erheblichen Teil des Webs an, von der kleinen Vereinsseite bis zu Konzern-Shops. Im Folgenden erfährst Sie, was PHP ausmacht, wie der Code überhaupt im Browser landet, was sich seit den frühen Versionen verändert hat und welche Stärken die Sprache 2026 ausspielt.
PHP auf einen Blick
PHP steht für PHP: Hypertext Preprocessor, ein rekursives Akronym. Ursprünglich war die Abkürzung als Personal Home Page Tools gedacht, der Name blieb aber, obwohl die Sprache längst nicht mehr nur für Hobby-Seiten gedacht ist. PHP ist eine serverseitige Skriptsprache. Das bedeutet: Der Browser des Besuchers sieht nie den PHP-Code, sondern nur das Ergebnis, also reines HTML.
Vor jeder Antwort an den Besucher wertet der Server die PHP-Anweisungen aus, baut daraus HTML zusammen und schickt dieses fertige HTML zurück. Diesen Ablauf veranschaulicht das folgende Diagramm:
sequenceDiagram
participant B as Browser (Besucher)
participant W as Webserver
participant P as PHP-Interpreter
participant D as Datenbank
B->>W: HTTP-Anfrage (GET /seite.php)
W->>P: PHP-Datei ausfuehren
P->>D: SQL-Abfrage stellen
D-->>P: Ergebnis liefern
P->>P: HTML aus Daten und Template bauen
P-->>W: Fertiges HTML
W-->>B: HTTP-Antwort mit HTML
Der Besucher merkt von diesem Prozess nichts. Was bei ihm im Browser ankommt, ist ganz normales HTML. Wer also "Quelltext anzeigen" wählt, wird in einem PHP-Projekt keinen einzigen PHP-Befehl finden.
Ein erster Blick auf den Code
Eine PHP-Datei ist im Prinzip eine HTML-Datei mit Endung .php, die zusätzlich PHP-Anweisungen enthält. Diese werden in <?php ... ?> eingebettet. Ein einfaches Beispiel zeigt, wie Server und Browser zusammenspielen:
<!DOCTYPE html>
<html lang="de">
<body>
<h1>Hallo PHP-Space</h1>
<p>Heute ist der <?php echo date('d.m.Y'); ?>.</p>
<p>Es ist gerade <?php echo date('H:i'); ?> Uhr.</p>
</body>
</html>
Der Browser bekommt nie den echo-Befehl zu sehen. PHP wertet ihn auf dem Server aus und ersetzen ihn durch das aktuelle Datum. Genau das macht den Reiz der Sprache aus: Statt eine Seite manuell jeden Tag neu zu schreiben, generiert PHP das HTML beim Aufruf.
Was sich aus diesem Prinzip ergibt
Aus der serverseitigen Verarbeitung folgen ein paar Dinge, die für Anfänger wichtig sind:
- PHP-Code läuft, bevor der Browser irgendetwas sieht. Die Datei wird vom Server gelesen, ausgeführt und das Ergebnis ausgeliefert.
- Wer den Quelltext einer PHP-Seite betrachtet, sieht reines HTML. Der ursprüngliche PHP-Code ist niemals sichtbar.
- PHP läuft nicht im Browser. Sie brauchen entweder einen Webspace mit PHP-Unterstützung oder eine lokale Umgebung wie XAMPP.
Wenn Sie eine vollständige lokale Entwicklungsumgebung einrichten wollen, hilft unser Artikel zu XAMPP als lokalem Entwicklungsserver beim Einstieg. Etwas moderner ist die Variante mit PHP und Docker, falls Sie sich nicht scheust, sich mit Containern zu beschäftigen.
Eine kurze Reise durch die Versionsgeschichte
PHP entstand 1995 durch Rasmus Lerdorf. Sein erstes Werk war keine eigenständige Sprache, sondern eine Sammlung von C-Skripten unter dem Namen Personal Home Page Tools / Forms Interpreter. Daraus wurde Schritt für Schritt eine vollwertige Programmiersprache. Wer heute mit PHP arbeitet, profitiert von zahllosen Sprüngen in den letzten zwanzig Jahren:
timeline
title Wichtige PHP-Meilensteine
1995 : PHP/FI von Rasmus Lerdorf
2000 : PHP 4 mit Zend Engine 1
2004 : PHP 5 mit echtem OOP und Exceptions
2015 : PHP 7 mit Performance-Sprung
2020 : PHP 8 mit JIT, match, Named Arguments
2022 : PHP 8.1 mit Enums und Readonly
2024 : PHP 8.4 mit Property Hooks
Der wichtigste Bruch in dieser Liste ist der Sprung von PHP 5 auf PHP 7 im Jahr 2015. Davor war PHP zwar weit verbreitet, hatte aber auch einen Ruf als chaotische Sprache. Mit PHP 7 wurde die Engine grundlegend überarbeitet, die Performance verdoppelt und mit PHP 8 kam der Just-in-Time-Compiler dazu.
Moderne Sprachfeatures, die heute Standard sind
Wer heute lernt, sollte einige Konzepte kennen, die in alten Tutorials oft noch fehlen. Auf PHP-Space.info finden Sie eigene Tutorials zu jedem dieser Themen:
- Type Hints für saubere Funktionssignaturen.
- enum als Ersatz für unklare Konstanten.
- match als moderner Ersatz für lange
switch-Blöcke.
- Typed Properties mit
readonly für unveränderliche Werte.
- PDO für sichere Datenbankzugriffe.
Wo PHP heute überall steckt
Die Statistik lesen sich beeindruckend: Laut W3Techs setzen rund drei Viertel aller Webseiten, deren serverseitige Sprache erkennbar ist, auf PHP. Hinter dieser Zahl stehen unter anderem:
- WordPress, das mit großem Abstand meistgenutzene Content-Management-System der Welt.
- Drupal und Joomla, traditionelle CMS-Systeme für komplexe Webseiten.
- Magento und Shopware, zwei der wichtigsten Shop-Systeme im deutschsprachigen Raum.
- Laravel und Symfony, die führenden modernen PHP-Frameworks für individuelle Anwendungen.
- Anwendungen wie Nextcloud, MediaWiki (die Software hinter Wikipedia) oder phpBB.
Wer also lernt, mit PHP umzugehen, eröffnet sich nicht nur die Möglichkeit, eigene Skripte zu bauen. Er versteht auch, wie ein Großteil des Webs funktioniert.
Was PHP gut macht und wo es schwächelt
Jede Sprache hat ihre eigene Persönlichkeit. PHP wurde von Anfang an für das Web gebaut und das merkt man ihr an. Es gibt aber auch Punkte, an denen andere Sprachen klar im Vorteil sind.
Die Stärken
- Niedrige Einstiegshürde. Eine Datei mit der Endung
.php auf einem Webserver legen reicht aus. Mehr braucht es zum ersten Erfolgserlebnis nicht.
- Riesige Standardbibliothek. Datei lesen, Mail verschicken, Bild verarbeiten, JSON erzeugen, alles ist bereits eingebaut.
- Gigantisches Ökosystem. Über Composer und Packagist finden Sie tausende geprüfte Pakete.
- Beste Hosting-Verfügbarkeit. Selbst günstige Webhoster bieten PHP an, oft schon ab wenigen Euro pro Monat.
- Solide Performance. Mit OPcache und JIT erreicht modernes PHP für viele Webaufgaben Geschwindigkeiten, bei denen vor zehn Jahren niemand geträumt hätte.
Die Schwächen
- Verstreute Funktionsnamen. Manche Funktionen verwenden Unterstriche, andere nicht. Das ist historisch gewachsen und stört bis heute.
- Hohes Maß an Altlasten in alten Projekten. Wer ein Legacy-Projekt aus der PHP-4-Ära übernimmt, findet oft kein Type-System, keine Tests und unsicheren Code vor.
- Klassisch synchron. Für hochgradig parallele oder Echtzeit-Anwendungen sind Sprachen wie Go oder Node.js besser geeignet.
Welcher Lernweg sich anbietet
Wer hier neu ist und PHP von Grund auf lernen möchte, kann sich an folgende Reihenfolge halten. Jeder dieser Schritte ist auf PHP-Space.info bereits ausführlich erklärt:
- Lokale Umgebung einrichten, zum Beispiel mit XAMPP.
- Den ersten PHP-Code in eine HTML-Datei einbauen.
- Mit Variablen Werte zwischenspeichern.
- Mit
echo und print etwas im Browser ausgeben.
- Mit der
if-Anweisung auf Bedingungen reagieren.
- Mit Schleifen wie
for, while und foreach wiederkehrende Aufgaben automatisieren.
- Eigene Funktionen schreiben und Code wiederverwenden.
- Mit Arrays mehrere Werte gleichzeitig verwalten.
- Daten aus Formularen verarbeiten.
- Daten in einer Datenbank speichern, am besten mit
PDO und Prepared Statements.
Wer mit diesen Themen vertraut ist, hat das Grundgerüst, um eigene Projekte umzusetzen. Anschließend lohnt es sich, sich mit objektorientierter Programmierung, Namespaces, Autoloading und einem Framework wie Laravel oder Symfony zu beschäftigen.
Vom ersten Skript zur eigenen Anwendung
PHP ist nichts Geheimnisvolles. Der Server bekommt eine Anfrage, führt Ihren Code aus und liefert HTML zurück. Sobald Sie diesen Ablauf einmal selbst gesehen hast, fällt das Lernen leichter. Auf den folgenden Seiten dieser Serie gehen wir Schritt für Schritt vor und zeigen jedes Konzept mit kleinen, alltäglichen Beispielen. Solltest Sie irgendwo nicht weiterkommen, finden Sie in unserem Forum Hilfe von anderen Lesern.
Die offizielle Dokumentation finden Sie übrigens unter php.net/manual/de. Sie ist erstaunlich gründlich und greift bei jedem Funktionsnamen mit konkreten Beispielen unter die Arme.
Historischer Hintergrund
Damit ältere Leser den ursprünglichen Text dieser Seite wiederfinden, ist hier der frühere Stand bewusst erhalten. Er stammt aus einer Zeit, in der PHP 5 noch frisch war, und beschreibt PHP eher in nostalgischen Tönen. Die Aussagen sind aus heutiger Sicht teilweise überholt, geben aber einen guten Eindruck davon, wie PHP lange wahrgenommen wurde:
PHP wurde 1995 von Rasmus Lerdorf erstmalig entwickelt. Die erste Version war eine reine Sammlung von unterschiedlichen C-Skripten, die er unter dem Namen PHP/FI für "Personal Home Page/Forms Interpreter" veröffentlicht hatte. Später wurde dies auf PHP umbenannt.
Häufig sind es schon kleine Funktionen, die einer Website Attraktivität verleihen, etwa Abstimmungen, Foren, Mailinglisten, seiteninterne Suchmaschinen, Counter, Auktionen oder kleine Spiele. All das lässt sich mit PHP leicht und schnell programmieren.
Anders als zum Beispiel Perl wurde PHP speziell und nur für das Web programmiert. Das macht sich an vielen Stellen bemerkbar: So wird der PHP-Code einfach sichekt zwischen den HTML-Code eingefügt.
Wenn Sie diesen Vergleich zwischen damals und heute spannend finden, bietet die Tutorial-Übersicht hunderte Detailtutorials zu einzelnen Funktionen, geordnet nach Themen.
weiter zum nächsten Kapitel:
Einführung in PHP: PHP-Code in HTML einbauen
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