Tiki ist der Versuch, alles unter einem Dach zu haben: Wiki, Redaktionssystem und Groupware in einer einzigen Anwendung. Das Projekt nimmt für sich in Anspruch, die quelloffene Webanwendung mit den meisten eingebauten Funktionen zu sein, und die Liste stützt das.
Dazu gehören eine Wiki-Engine, Artikel und Nachrichten, Diskussionsforen, Blogs, Newsletter, Dateigalerien, ein Kalender, Umfragen und Quiz, eine Bannerverwaltung, Karten, RSS-Feeds, Nachrichten zwischen Benutzern und eine Volltextsuche. Besonders erwähnenswert sind die Tracker: ein Formular- und Datenbankbaukasten, mit dem sich eigene strukturierte Anwendungen im Browser zusammenstellen lassen, von der Fehlerverwaltung bis zur Adressdatenbank, ohne eine Zeile Code.
Der entscheidende Punkt für die Praxis ist, dass sämtliche Funktionen einzeln abschaltbar sind. Man beginnt also mit dem, was man braucht, und schaltet später dazu, statt sich für jede neue Anforderung ein weiteres System zu suchen und die Benutzerverwaltung ein zweites Mal zu pflegen. Rechte lassen sich für Benutzer und Gruppen fein abstufen, externe Anmeldeverfahren sind vorgesehen.
Technisch setzt Tiki auf PHP und MySQL und nutzt unter anderem das Zend Framework, jQuery und Smarty. Die Oberfläche liegt in über vierzig Sprachen vor, das Aussehen steuert eine eigene Theme-Verwaltung.
Veröffentlicht ist Tiki unter der LGPL und damit kostenlos. Wer damit arbeitet, sollte Einarbeitungszeit einplanen: Ein System mit diesem Umfang bedient sich nicht so schnell wie ein spezialisiertes Werkzeug, deckt dafür aber Anforderungen ab, die sonst mehrere Installationen bräuchten.